Obstlehrgarten
Der Obstlehrgarten: Entstehung und Angebot
Im Jahr 1992 wurde der Grundstein für den Obstlehrgarten gelegt, als das Projekt offiziell genehmigt wurde. Auf einer weitläufigen Fläche von 6.000 Quadratmetern entstand ein Ort, der allen Interessierten offensteht und zum gemeinsamen Entdecken einlädt.
1995 wurde der Obstlehrgarten feierlich eingeweiht. Seitdem bietet das Gelände vielfältige Möglichkeiten, mehr über Obstbäume, deren Pflege und die Natur im Allgemeinen zu erfahren.
Führungen und Kurse
Für Schulklassen und neugierige Bürgerinnen und Bürger besteht die Gelegenheit, an Führungen teilzunehmen. Darüber können praxisnahe Baumschneidekurse angeboten werden.
Obstvielfalt und Nutzung
Das im Lehrgarten geerntete Obst kann direkt vor Ort zu köstlichem Saft gepresst werden. Insgesamt wurden 48 Bäume gepflanzt, darunter zahlreiche Apfel- und Birnensorten, die Jahr für Jahr ihre reiche Ernte schenken.
Obstbäume
Eine Streuobstwiese stellt eine traditionelle Form des Obstanbaus dar, bei der hochstämmige Obstbäume verschiedener Arten und Sorten verstreut auf Wiesen oder Weiden wachsen. Diese besonderen Biotoptypen sind von großer Bedeutung für die Biodiversität: Bis zu 5.000 verschiedene Arten finden hier einen Lebensraum.
Dank ihrer vielfältigen Strukturen sind Streuobstwiesen wichtig für das Kleinklima und prägen gleichzeitig das Landschaftsbild. Sie bieten wertvolle Naherholungsräume für Menschen und laden zu jeder Jahreszeit zu Naturerlebnissen ein. Darüber hinaus liefern sie gesundes, regionales Obst. Mit über 2.000 Obstsorten bewahren Streuobstwiesen einen Schatz an geschmacklicher und gesunder Vielfalt. Die Produkte, die aus den ökologisch erzeugten Früchten entstehen, sind besondere Kostbarkeiten und bereichern unsere Ernährung.
Bienen
Bienen sind gemeinsam mit vielen anderen Arten unverzichtbar für fast alle Ökosysteme auf unserer Erde. Sie übernehmen die Bestäubung eines großen Teils der Pflanzen, was wiederum die Vielfalt der Nahrungskette ermöglicht. Ohne diese Bestäubungsleistung wäre das ökologische Gleichgewicht gefährdet, da zahlreiche Pflanzen nicht gedeihen könnten und somit auch anderen Lebewesen die Nahrungsgrundlage fehlen würde.
Wechselwirkung zwischen Bienen und Blüten
Viele Blütenpflanzen sind auf Bienen angewiesen, um sich fortzupflanzen. Umgekehrt benötigen die Bienen die Blüten, um Nahrung zu sammeln. Diese enge Beziehung ist ein zentrales Element im Kreislauf der Natur: Sie sorgt dafür, dass sowohl die Pflanzenvielfalt als auch die Bienenpopulation erhalten bleibt.
Insektenhotel
Wildbienen – Nistmöglichkeiten schaffen
Wildbienen finden immer weniger Nistmöglichkeiten. Blühstreifen werden zwar angelegt, um den Wildbienen Nahrung zu bieten, doch häufig fehlt dort der Platz für geeignete Nist-gelegenheiten. Für die Förderung von Wildbienen ist es jedoch essenziell, nicht nur für eine vielfältige Nahrung, sondern auch für passende Nistplätze zu sorgen.
Nistkästen und Insektenhotels – Unterstützung für Tiere
Für Vögel gibt es bereits seit langer Zeit Nistkästen, in denen verschiedene Vogelarten erfolgreich brüten und so einen Brutplatz finden, den sie sonst kaum hätten. Auch für Wildbienen kann mit einem hochwertigen Insektenhotel eine optimale und dringend benötigte Nistmöglichkeit geschaffen werden.
Benjes-Hecke (Totholzhecke)
Eine Benjeshecke, auch als Totholzhecke bekannt, stellt einen ökologisch wertvollen Wall im Garten dar. Sie wird aus aufgeschichtetem Gehölzschnitt, Ästen und Reisig gebildet und dient gleich mehreren Zwecken.
Funktion und Nutzen
Die Benjeshecke bietet Tieren einen Lebensraum und fungiert zugleich als natürlicher Sichtschutz. Durch ihre offene Struktur fördert sie die Artenvielfalt im Garten. Vögel und Wind bringen Samen zur Hecke, wodurch sie im Laufe der Zeit von selbst zuwächst und sich weiterentwickelt.
Sandarium-Projekt mit der Kindergruppe 2026
Im Herbst 2026 ist geplant, gemeinsam mit der Kindergruppe ein Sandarium anzulegen. Dieses Vorhaben bietet die Möglichkeit, Kindern die Bedeutung von Wildbienen näherzubringen und aktiv zum Schutz dieser wichtigen Bestäuber beizutragen.
Warum ein Sandarium?
Dreiviertel aller Wildbienenarten nisten im Boden. Das bedeutet, dass sie mit klassischen Wildbienenhotels, die für Hohlraumnister konzipiert sind, wenig anfangen können. Stattdessen legen sie ihre Nistgänge, inklusive der Brutzellen, direkt im Erdreich an. Viele dieser bodennistenden Wildbienenarten sind stärker gefährdet als jene, die in Hohlräumen nisten. Ein Grund dafür ist der Mangel an geeigneten offenen Bodenflächen, die sie für ihre Brut benötigen.
Um diesen bedrohten Bestäubern zu helfen, sollte auch in privaten Gärten ein Platz für bodennistende Wildbienen geschaffen werden.